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Kleiber

der Kletterkünstler unserer Wälder

Der Kleiber im Steckbrief

Wissenschaftlicher Name: Sitta europaea

Größe: ca. 12–15 cm

Gewicht: ca. 19–25 g

Brutzeit: meist März bis Juni

Lebensraum: Laub- und Mischwälder, Parks, Gärten und Streuobstwiesen mit alten Bäumen

Natürliche Nahrung: Insekten, Spinnen, Larven sowie Bucheckern

Futter am Futterplatz: Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Fettfutter und Meisenknödel

Beobachtungstipp: Kleiber sind oft an Baumstämmen zu entdecken. Halte Ausschau nach ihrem schnellen Klettern – sowohl nach oben als auch kopfüber nach unten.

Aquarellillustration eines Kleibers mit blaugrauem Rücken, schwarzem Augenstreif und orangebeiger Unterseite, der kopfüber an einem Baumstamm klettert.

Schon gewusst?

Kleiber verkleinern den Eingang ihrer Bruthöhle mit Lehm, damit nur sie selbst hindurchpassen. Daher stammt auch ihr Name: Früher bedeutete „kleiben“ so viel wie zukleben.

Kleiber richtig füttern – welches Futter ist geeignet?

Der Kleiber besitzt einen abwechslungsreichen Speiseplan, der sich im Laufe des Jahres verändert.

Während der warmen Monate ernährt er sich überwiegend von Insekten, Spinnen, Käfern und deren Larven. Diese findet er geschickt in den Ritzen und Spalten der Baumrinde.

Mit seinem kräftigen, spitzen Schnabel untersucht er die Rinde nach versteckten Beutetieren. Besonders während der Brutzeit sind Insekten eine wichtige Nahrungsquelle, da sie wertvolle Proteine für die Aufzucht der Jungvögel liefern.

Im Herbst und Winter stehen zunehmend pflanzliche Nahrungsquellen auf seinem Speiseplan. Dazu gehören Samen, Haselnüsse, Bucheckern und andere energiereiche Kerne.

Am Futterplatz nimmt der Kleiber gerne Sonnenblumenkerne, ungesalzene Erdnüsse und geeignete Fettfuttermischungen an. Auch hochwertige Meisenknödel ohne Kunststoffnetz werden gelegentlich besucht.

Besonders interessant ist sein Verhalten beim Fressen: Größere Kerne und Nüsse klemmt er häufig in Rindenspalten fest, um sie anschließend mit kräftigen Schnabelhieben zu öffnen.

Außerdem legt der Kleiber kleine Nahrungsvorräte an. Dazu versteckt er Samen und Nüsse in Baumritzen und anderen geschützten Stellen, um später darauf zurückzugreifen.

Lebensraum und Verhalten

Kleiber bevorzugen alte Laub- und Mischwälder mit einem hohen Anteil an großen, kräftigen Bäumen.

Besonders wichtig sind Baumhöhlen und strukturreiche Baumrinden. Dort finden sie Nahrung, geschützte Schlafplätze und geeignete Möglichkeiten zum Brüten.

Auch in Parks, Streuobstwiesen und naturnahen Gärten mit älteren Bäumen sind Kleiber regelmäßig anzutreffen.

Der Kleiber ist ein ausgesprochen geschickter Kletterer. Anders als der Baumläufer, der überwiegend aufwärts an Baumstämmen klettert, kann sich der Kleiber auch kopfüber nach unten bewegen.

Seine kräftigen Zehen und scharfen Krallen ermöglichen ihm dabei einen sicheren Halt.

Kleiber sind außerdem recht standorttreu. Viele Paare bleiben das ganze Jahr über in ihrem Revier und verteidigen dieses gegenüber Artgenossen.

Ihr kräftiger, pfeifender Ruf ist häufig schon aus einiger Entfernung zu hören.

Wie kannst du den Kleiber unterstützen?

Ein naturnaher Garten mit alten Bäumen, heimischen Gehölzen und einem vielfältigen Insektenangebot bietet dem Kleiber wertvolle Lebensbedingungen.

Besonders wichtig sind ältere Bäume mit natürlichen Höhlen und strukturreicher Rinde. Sie dienen als Nahrungsquelle, Rückzugsort und möglicher Brutplatz.

Auch geeignet aufgehängte Nistkästen können dem Kleiber helfen, wenn natürliche Baumhöhlen fehlen.

Heimische Sträucher, Wildblumen und der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel fördern die Insektenvielfalt und damit seine natürliche Nahrungsgrundlage.

Wer den Kleiber zusätzlich füttern möchte, kann hochwertige Sonnenblumenkerne, geeignete Nussbestandteile und artgerechtes Fettfutter anbieten.

Dabei sollten die Zutaten möglichst naturbelassen, ungesalzen und frei von unnötigen Füllstoffen sein.

Eine regelmäßig gereinigte Futterstelle und frisches Wasser tragen zusätzlich dazu bei, den Kleiber und andere heimische Wildvögel zu unterstützen.

Geeignete Nahrung am Futterhaus sind beispielsweise:

Wichtig ist, dass das Futter frisch, ungewürzt und frei von Schimmel ist. Brot, gesalzene Lebensmittel und gewürzte Speisereste gehören nicht an den Futterplatz.

Auch eine gute Futtermischung sollte auf die natürlichen Ernährungsgewohnheiten der jeweiligen Vogelart abgestimmt sein.

Kleiber im Garten beobachten

Kleiber lassen sich besonders gut an älteren Bäumen mit grober Rinde beobachten.

Achte auf einen kleinen, blaugrauen Vogel, der flink am Stamm entlangläuft und dabei immer wieder kopfüber nach unten klettert.

Häufig verrät er sich durch seine kräftigen, pfeifenden Rufe, bevor du ihn überhaupt entdeckst.

Auch an Futterstellen zeigt der Kleiber ein interessantes Verhalten: Oft nimmt er einen Sonnenblumenkern auf und fliegt damit zu einem nahe gelegenen Baum, um ihn dort in einer Rindenspalte zu öffnen oder zu verstecken.

Mit etwas Geduld kannst du diesen geschickten Kletterkünstler bei seiner täglichen Nahrungssuche beobachten.

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